"SOS-EU-Alp"-Notfall-App jetzt mit Standortverlauf

Was ist bei einem Unfall in den Bergen, wenn niemand deine Route kennt?

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Wer alleine im alpinen Gelände unterwegs ist, setzt sich einem erhöhten Risiko aus – insbesondere dann, wenn im Notfall niemand weiß, welche Route geplant war oder auch spontan die Route geändert wurde.

Kehrt eine Person nicht wie vorher vereinbart aus den Bergen zurück, zum Beispiel, weil es einen Unfall gab, beginnen Such- und Rettungsaktionen oft unter erschwerten Bedingungen. Denn ohne konkrete Anhaltspunkte müssen Rettungskräfte großflächig vorgehen, was wertvolle Zeit kostet.

Eine Erweiterung der bereits im Jahr 2018 eingeführten Notfall-App „SOS-EU-ALP“ löst dieses Problem sehr komfortabel. Die App kann in alpinen Regionen mit nur einem Knopfdruck einen Notruf absetzen, der mit den genauen GPS-Standortdaten und Kontaktdaten des oder der Hilfesuchenden an die zuständige Leitstelle gesendet wird. Gleichzeitig werden der Akkustand sowie die Höhendaten übermittelt. 

Standortverlauf an Server übermitteln

Mit der neuen App-Funktion "Standortverlauf" werden – nach vorheriger Zustimmung der Nutzer – schon während der Tour Positionsdaten an einen Server übermittelt und aufgezeichnet. Damit lässt sich im Notfall nachvollziehen, wo sich eine Person zuletzt aufgehalten hat und welche Strecke zurückgelegt wurde. Diese Positionsdaten werden regelmäßig (etwa alle 100 Meter) übermittelt und für maximal 72 Stunden gespeichert. Danach werden sie automatisch gelöscht. 

Für Rettungskräfte bedeutet diese Funktion eine erhebliche Erleichterung: Entsprechende Suchaktionen können gezielter geplant und schneller durchgeführt werden. In vielen Fällen kann so entscheidend Zeit gewonnen werden – ein Faktor, der im Ernstfall über den Ausgang eines Einsatzes entscheiden kann.

Jährlich etwa 250 Notrufe über die App

Heute wird die "SOS-EU-Alp"-Notfall-App allein in Bayern von rund 500.000 Menschen genutzt. Jährlich werden etwa 250 Notrufe darüber abgesetzt. Laut Rettungsleitstelle Rosenheim erleichtert die App die Rettungseinsätze deutlich, da Standort- und Personendaten direkt übermittelt werden. Das spart Zeit, reduziert Fehler und ermöglicht schnellere Hilfe im Notfall.

Die kostenlose App wird vom Bayerischen Kuratorium für Alpine Sicherheit und dem NaturFreunde-Bundeslehrteam Bergsport empfohlen. Sie ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Begleiter für alle, die sich im alpinen Gelände bewegen.